In diesem Artikel
Du bekommst eine E-Mail von Microsoft, einem Lieferanten oder vielleicht sogar von deinem Chef.
Irgendetwas daran fühlt sich komisch an.
Sollst du die Nachricht löschen? Antworten? Den Link prüfen? Oder direkt die IT kontaktieren?
1.Nicht unter Zeitdruck reagieren
Viele betrügerische Nachrichten versuchen, eine schnelle Reaktion auszulösen.
Zum Beispiel:
- „Ihr Konto wird gesperrt.“
- „Bitte Rechnung heute noch bezahlen.“
- „Dokument muss dringend geprüft werden.“
- „Bestätigen Sie diese Anmeldung.“
- „Bitte vertraulich behandeln.“
Eine dringende Nachricht ist nicht automatisch Phishing.
Aber sobald zusätzlich eine ungewöhnliche oder sensible Handlung verlangt wird, solltest du genauer hinschauen.
2.Nicht vorschnell klicken oder antworten
Wenn du unsicher bist, öffne den Link oder Anhang zunächst nicht.
Antworte auch nicht einfach auf die Nachricht, um zu fragen, ob sie echt ist.
Wenn beispielsweise ein E-Mail-Konto übernommen wurde, kann ein Angreifer möglicherweise auch auf deine Rückfrage antworten.
3.Stelle dir drei kurze Fragen
Du musst keine technische Analyse durchführen.
Diese drei Fragen helfen bereits:
- Habe ich diese Nachricht oder Anfrage erwartet?
- Ist die verlangte Handlung für diese Person oder diesen Dienst normal?
- Kann ich die Anfrage unabhängig überprüfen?
Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn es um Passwörter, MFA-Bestätigungen, Zahlungen oder vertrauliche Informationen geht.
4.Verdächtige Nachricht melden
Hat dein Unternehmen einen Phishing-Meldebutton oder einen definierten Security-Meldeweg?
Dann nutze ihn.
Ansonsten informiere deine IT- oder Security-Ansprechperson über den bekannten internen Kontaktweg.
5.Bei Zahlungsanfragen besonders vorsichtig sein
Eine Nachricht scheint tatsächlich vom Geschäftsführer, Lieferanten oder Geschäftspartner zu stammen?
Auch dann können zusätzliche Kontrollen sinnvoll sein.
Besonders bei:
- neuen Bankverbindungen
- kurzfristigen Überweisungen
- ungewöhnlich hohen Beträgen
- Geschenkkarten
- vertraulichen Sonderaufträgen
- Änderungen bestehender Zahlungsprozesse
solltest du die normale Freigabe nicht umgehen.
Ein Angreifer kann sich als bekannte Person ausgeben – oder in manchen Fällen sogar Zugriff auf ein echtes E-Mail-Konto haben.
Was, wenn du bereits geklickt hast?
Dann gilt vor allem:
Nicht verstecken und nicht abwarten.
Was als Nächstes sinnvoll ist, hängt davon ab, was passiert ist.
Du hast nur einen Link geöffnet
Schliesse die Seite und führe keine weiteren Aktionen darauf aus.
Du hast ein Passwort eingegeben
Ändere das betroffene Passwort über die echte Webseite oder App und informiere bei einem Geschäftskonto die zuständige IT.
Du hast eine MFA-Anfrage bestätigt
Melde dies möglichst sofort. Eine bestätigte fremde Anmeldung kann bedeuten, dass jemand versucht, Zugriff auf dein Konto zu erhalten.
Du hast eine Datei geöffnet
Informiere bei einem Geschäftsgerät die IT oder Security und erkläre möglichst genau, welche Datei du geöffnet hast.
Was du bei verdächtigen E-Mails nicht tun solltest
- Nicht aufgrund von Zeitdruck sofort handeln
- Keine Passwörter oder Sicherheitscodes weitergeben
- Keine unerwarteten MFA-Anfragen bestätigen
- Keine Zahlungsprozesse umgehen
- Nicht einfach auf die verdächtige Nachricht antworten, um sie zu verifizieren
- Einen möglichen Vorfall nicht verschweigen
Eine einfache Regel für den Arbeitsalltag
Du musst nicht jede Phishing-Mail selbst eindeutig erkennen können.
Wenn eine Nachricht unerwartet, ungewöhnlich oder besonders dringend ist und gleichzeitig eine sensible Handlung von dir verlangt:
Stoppen → unabhängig prüfen → melden.
Diese drei Schritte sind oft wertvoller als der Versuch, jede verdächtige Nachricht technisch bis ins Detail zu analysieren.
